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Über die Einstellung von Zoomer.de

Simon hat in seinem Blog eine kleine persönliche Analyse „Zum Scheitern von Zoomer“ geschrieben.

Er nennt einen der Hauptgründe das Design, schlechte Farbkombinationen, Vollgestopftheit und unleserliche Überschriften. Nachdem ich mit Zoomer.de mal länger als 10 Sekunden angeschaut habe kann ich das bestätigen. Ein bisschen mehr Whitespace und Erwartungskonformität hätten (mir) die Orientierung erleichtert, allerdings halte ich das nicht für ausschlaggebend für das „Scheitern“ von Zoomer. Der mögliche Fehler, für Zoomer eine eigene Marke aufzubauen ist für mich da sehr viel plausibler. Simon schreibt:

Hier hätte es viel mehr Sinn gemacht, eine der Holtzbrinck-Zeitungen (Zeit, Tagesspiegel, Handelsblatt) oder StudiVZ als Leuchtturm auszunutzen.

Frank Syré, der Chefredakteur von Zoomer schreibt in einem Artikel „Zoomer geht Offline“:

Die Wirtschafts- und Medienkrise hat bei uns und in unserem Mutterkonzern durchgeschlagen. Ein teures Experiment, das wir nunmal sind und waren, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht durchzuhalten.

Ich denke mit diesem Satz hat Syré den Punkt genauer getroffen, als es ihm eigentlich lieb ist. Der Ansatz von Zoomer ist eindeutig modern in der deutschen Medienlandschaft. Ich denke mit mehr Laufzeit hätte das „im aktuellen setup“ eventuell sogar geklappt. Der Fehler, den Holtzbrinck gemacht hat, ist meiner Meinung, ein teures Experiment zu wagen. Heutzutage ist es auch möglich Experimente zu wagen, die mit erheblich weniger Planungs- und Geburts- und Wickelkosten auskommen. Damit kann man sich auch in schwierigen Zeiten ein Scheitern leisten, oder muss das hoffnungsvolle Projekt nicht mal einstampfen.

Ich denke die Deutsche Medienlandschaft hat von Zoomer.de auf jeden Fall dazugelernt. Die Leute von Freitag.de sollten sich von diesen Erfahrungen ruhig ein paar Scheiben abschneiden.